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Integration: Anders als viele denken!

In nicht wenigen Köpfen sind Flüchtlinge schon wegen ihrer Herkunft störend bis unerträglich. Gegen die Wirklichkeit wird alles „Fremde“ über einen Kamm geschoren. Eine wahre Geschichte von Flucht und Integration ist der Weg von Ahmed Mahmmud Shukur.

Krieg und Flucht

Herr Shukur wurde 1991 in Sulaimaniyya im Nordosten des Irak geboren; ein Gebiet, in dem der Irak-Krieg und anschließend der Krieg mit dem „Islamischen Staat“ gewütet haben. Seine Mutter ist früh gestorben, sein Vater schwer erkrankt. Um die medizinische Behandlung und Medikamente bezahlen zu können und um seine Schwester zu versorgen, konnte er nur 8 Jahre zur Schule gehen und arbeitete bereits mit 14 Jahren als Tagelöhner im Hochbau. 2011 starb sein Vater. Ein wenig gelang es ihm durch sein Engagement, etwas anspruchsvollere Arbeiten auf dem Bau zu finden. Es kam der Krieg mit dem IS und Herr Shukur floh mit seiner Schwester in ein Flüchtlingsheim im Irak, war aber auch dort in Gefahr. Schließlich entkam Herr Shukur den Bedrohungen im Juli 2015 nach Europa. Über die Türkeiroute – auch mit der Hilfe von Schleusern – gelangte er schließlich im August 2015 nach München.

Integration und Freunde

Die nächsten Stationen in den folgenden Monaten waren Flüchtlingsheime in München, Gießen und Marburg. Schließlich wurde er im Zuge der Verteilung der Flüchtlinge nach Biebergemünd-Rossbach transferiert. Dort lebt seit Anfang 2017 in einer Flüchtlingsunterkunft mit zwei weiteren Flüchtlingen in Bieber.

Integration am ArbeitsplatzHerr Shukur war von Anfang an aktiv und besuchte bei der Volkshochschule einen Integrations- und Deutschkurs, den er erfolgreich abschloss. Das war die Grundlage für einen Minijob auf dem Bauhof der Gemeinde Biebergemünd. Aufgrund seiner schon guten Deutschkenntnisse hat er für Flüchtlinge Übersetzungshilfe geleistet.

Wichtig für Herr Shukur war die vertrauensvolle Unterstützung durch den Flüchtlingsbetreuer. Er half ihm bei der Planung einer guten Zukunft und nach Abwägung verschiedener Möglichkeiten kam der Kontakt mit der Skornia Metallverarbeitung zustande. Nach erfolgreichen Eingangstests und auf Empfehlung des Flüchtlingsbetreuers wurde er schließlich zu einem Praktikum eingeladen.

Integration wird von der Geschäftsführung befürwortetDie Geschäftsführerin Marie-Luise Keller war danach mit Herr Shukur sehr zufrieden und hat ihm im August 2017 einen Ausbildungsplatz angeboten, wofür er ihr sehr dankbar ist. Herr Shukur besucht zur Vorbereitung nun die Qualifizierungsmaßnahme EQ+. Das ist ein einjähriges Schulungsangebot mit begleitendender Sprachförderung. Nach der erfolgreichen Absolvierung kann er dann in 2,5 Jahren seinen Abschluss zum Beispiel als Feinwerkmechaniker oder Metallbauer machen.

Mit Herz und Engagement wird Herr Shukur im Betrieb von Roland Steigerwald betreut und hat so schon seine kleine Heimat gefunden; zumal sein Aufenthalt bis 2024 gesichert ist. In schon fast einwandfreiem Deutsch erzählt er: „Es macht Spaß bei der Skornia, ich habe nette und hilfsbereite Kollegen. Roland hilft mir viel und die Chefin ist zufrieden und hört mir auch zu.“

Aber auch privat ist er engagiert und ist in Bieber bei der Freiwilligen Feuerwehr. Sein größter Wunsch ist es aus der mit mehreren Flüchtlingen belegten Unterkunft zu kommen und eine Wohnung für sich zu finden, in der er Ruhe findet: für sich und um seine Ausbildung erfolgreich zu Ende zu führen.

Herr Shukur hat den Weg für eine gute Zukunft und die Skornia Metallverarbeitung einen engagierten Mitarbeiter mit der Perspektive eines guten Facharbeiters gewonnen.

So geht Integration!